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7 Schule und Ausbildung



Kapitel 7 – Schule und Ausbildung


Lebenslanges Lernen

Volksbildung

Die Tradition der Volksbildung* in Dänemark ist genauso alt wie die dänische Demokratie. Diese stützt sich auf die Überzeugung, dass eine gebildete Bevölkerung eine wichtige Voraussetzung für das Funktionieren einer Demokratie ist.

Alle haben die Möglichkeit, ihr ganzes Leben zu lernen - nicht nur im Ausbildungssystem, sondern auch in der Heimvolkshochschule oder Abendschule*, durch Unterrichtsprogramme im Radio oder Fernsehen oder in Lehrgängen am Arbeitsplatz.

Unterrichtspflicht

In Dänemark besteht eine neunjährige Unterrichtspflicht in der für alle gemeinschaftlichen Hauptschule (Folkeskole). Kinder müssen ab dem Alter von sieben Jahren Schulunterricht erhalten. Die meisten Kinder beginnen aber in einer Vorschule, wenn sie sechs Jahre alt sind.

Die meisten Hauptschüler gehen weiter

Nach einem neunjährigen Besuch der Hauptschule ist die weitere Ausbildung freiwillig. Da es aber immer weniger Arbeitsplätze für Menschen ohne Ausbildung gibt, besucht die große Mehrheit der Schüler anschließend eine Berufsschule oder ein Gymnasium, gefolgt von einer kurzen oder mittellangen Ausbildung oder einer Hochschulausbildung.

Mitbestimmung und Zusammenarbeit

Das dänische Ausbildungssystem baut auf einem hohen Grad an Freiheit und Mitbestimmung. Von den jüngsten Klassen bis zur Universität können Schüler und Studenten ihren Einfluss auf Entscheidungen zu Schule und Ausbildung geltend machen. Und die Lehrer erwarten, dass sie diese Möglichkeit nutzen.

Der Unterricht zielt nicht nur auf fachliches Können ab, sondern auch darauf, dass die Schüler ihre Fähigkeiten zur Kommunikation und Zusammenarbeit entwickeln. Schon ab der Vorbereitungsklasse lernen die Kinder, in Gruppen zusammenzuarbeiten und Aufgaben gemeinschaftlich zu lösen.

In den höheren Lehranstalten arbeiten die Studenten oft in Studiengruppen zusammen, die sich privat und in der Hochschule treffen, um gemeinsame Aufgaben zu lösen.

Kinder in der 1. Klasse


Das dänische Schulsystem

Grafische Darstellung des Ausbildungssystems


Hauptschule

Gemeinschafts- und Privatschulen

Alle Kinder können sich in der staatlichen Gemeinschaftsschule (Folkeskole) kostenlos unterrichten lassen. Zu ihrem Angebot gehört eine einjährige Vorbereitungsklasse, gefolgt von neun Jahren Hauptschule und der 10. Klasse, die freiwillig ist.

Neben der staatlichen Gemeinschaftsschule gibt es auch private, freie Hauptschulen (Friskoler), deren Unterricht kostenpflichtig ist. Die freien Hauptschulen verfolgen manchmal eine andere Philosophie als die Staatsschulen, fachlich und sozial müssen die Schüler aber das Gleiche lernen. Siehe auch www.friskoler.dk.

Sie müssen Ihr Kind selbst anmelden

Das Kind wird automatisch der Gemeinschaftsschule des Schulbezirks zugeteilt, in dem die Familie wohnt. Wenn sich das Kind dem schulfähigen Alter nähert, erhalten Sie ein Schreiben von der Schule. Dieses enthält Informationen darüber, wann Sie das Kind in der Schule anmelden müssen und dass Sie die Schule besichtigen dürfen. Sie können auch eine andere Gemeinschaftsschule oder eine freie Hauptschule wählen. Den Kontakt zur gewünschten Schule müssen Sie selbst aufnehmen.

Merkliste bei Schulbeginn

Vor der Einschulung des Kindes erhalten Sie einen Brief mit praktischen Hinweisen, zum Beispiel, dass das Kind jeden Tag Schultasche, Schreibzeug und Pausenbrot mitbringen muss.

Bild von älteren Schulkindern

Ziele der Gemeinschaftsschule

Grundlage der dänischen Gemeinschaftsschule ist das dänische Hauptschulgesetz (Folkeskoleloven). In diesen Gesetz heißt es einleitend über den Zweck der Schule:

"§ 1. Die Gemeinschaftsschule soll den Schülern in Zusammenarbeit mit den Eltern Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die diese auf ihre weitere Ausbildung vorbereiten das Interesse an ihrer Weiterbildung wecken, sie mit dänischer Kultur und Geschichte vertraut machen, ihnen Verständnis für andere Länder und Kulturen geben, zu ihrem Verständnis des Zusammenspiels von Mensch und Natur beitragen und die ausgewogene Entwicklung des einzelnen Schülers fördern.

Abs. 2. Die Gemeinschaftsschule soll Arbeitsmethoden entwickeln und Rahmenbedingungen für Erlebnisse, geistige Vertiefung und Schaffensdrang schaffen, so dass die Schüler Erkenntnis und Phantasie entwickeln, ihren eigenen Möglichkeiten vertrauen und eine Grundlage erwerben dafür, Stellung zu nehmen und zu handeln.

Abs. 3. Die Gemeinschaftsschule soll die Schüler auf Mitbestimmung, Mitverantwortung sowie Rechte und Pflichten in einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft vorbereiten. Das Wirken der Schule soll daher von Geistesfreiheit, Gleichheit und Demokratie geprägt sein."



Eltern haben Einfluss

Egal ob Ihr Kind eine staatliche oder freie Schule besucht, haben Sie als Eltern ein Mitbestimmungsrecht, aber auch eine Mitverantwortung für den Schulbesuch ihres Kindes. Freie Hauptschulen sind selbstverwaltete Einrichtungen, die durch einen von den Eltern gewählten Vorstand verwaltet werden. Staatliche Gemeinschaftsschulen haben einen Vorstand, in denen Vertreter der Schule sowie gewählte Elternvertreter sitzen. Die Gemeinden arbeiten außerdem mit Lehrern und Elternvertretern zusammen. Sie sind als oberste Instanz auch für schulische Belange verantwortlich.

Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus

Die Schule legt außerdem auch Wert auf den Kontakt mit den Eltern jedes einzelnen Schülers, um dem Kind die besten Möglichkeiten für eine erfolgreiche Schullaufbahn zu geben. Jedes Jahr werden Sie zu einem Elternsprechtag mit Eltern-Lehrer-Gesprächen eingeladen. Hierbei wird z.B. angesprochen, wie das Kind in der Klasse zurechtkommt, welches fachliche Niveau es hat und ob es seine Hausaufgaben erledigt und dem Unterricht folgt.

Die Eltern einer Klasse können Elternsprecher oder Kontakteltern wählen, die zusammen mit den Lehrern Elternabende und andere Veranstaltungen arrangieren. Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern kann auch als Themenabend oder in Workshops erfolgen. Hier bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen. Zweck der Zusammenarbeit ist es, dass auch die Eltern einen positiven Einfluss auf die Schullaufbahn ihrer Kinder nehmen können.

Unterricht

Vorbereitungsklasse

In der Vorbereitungsklasse (Børnehaveklasse) lernen die Kinder u.a. Buchstaben und Zahlen. Sie entwickeln Wortschatz, Begriffe und Arbeitsformen im Bereich einiger obligatorischer Themen und machen sich durch Spiel und Unterricht mit den Arbeitsabläufen und Gruppenbeziehungen der Schule vertraut. Normalerweise gehen die Kinder aus der Vorbereitungsklasse weiter in die erste Klasse.

Kinder verbleiben im Klassenverband

Die dänische Schule ist eine Gemeinschaftsschule. Das heißt, dass die Kinder ihre ganze Schullaufbahn hindurch zusammen in einer Klasse bleiben.

Lehrer mit zwei Schülern


Sabah Eltawi

Schließlich geht es um die Zukunft der Kinder

Sabah Eltawi kam 1990 aus Palästina nach Dänemark. Sie ist Grundschullehrerin und Mutter von zwei Kindern.

"Es ist wichtig, an den Elternabenden und der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus teilzunehmen. So bleibt man informiert und kann eine Brücke bauen zwischen dem Dänischen und Arabischen. Schließlich geht es um die Zukunft der Kinder. Man lernt andere Eltern kennen und erhält Einfluss auf den Unterricht. Man muss sich öffnen, sich trauen zu sagen, was man meint und was man selber kann. Man darf sich nicht einmauern. Und vor allem muss man die Sprache lernen. So lernt man die Dänen besser kennen - und umgekehrt."



Mathematik, Sprachen, Gesellschaft und Natur

Das Gesetz bestimmt, dass der Unterrichtsstoff bestimmte Anforderungen erfüllen muss. Darüber hinaus legt jede Schule die Gestaltung des Unterrichts selbst fest.

In der Grundschule lernen die Kinder Mathematik, Sprachen, Gemeinschaftskunde und Naturkunde. Sie nehmen auch die dänische Kultur und Geschichte sowie die andere Länder und Kulturen durch.

Die Schule soll außerdem die persönliche Entwicklung der Schüler stärken und Phantasie und Wissensdrang stimulieren.

Nationale Tests

Alle Schüler des Landes müssen in verschiedenen Fächern über die Schuljahre verteilt eine Reihe von Tests absolvieren. Diese Tests verteilen sich wie folgt auf Klassenstufen und Fächer:

2. Klasse:Dänisch/Lesen
3. Klasse:Mathematik
4. Klasse:Dänisch/Lesen
6. Klasse:Dänisch/Lesen und Mathematik
7. Klasse:Englisch
8. Klasse:Dänisch/Lesen, Geographie, Biologie und Physik/Chemie

Daneben findet in der 5. und 7. Klasse ein freiwilliger Test in Dänisch als Zweitsprache statt.

Diese Tests haben zum Ziel, die Lernerfolge der Schüler auszuwerten. Die Ergebnisse werden verwendet, um den Unterricht anzupassen, so dass dieser auf die Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnitten ist.

Schriftliche Schülerpläne

Ein Schülerplan (Elevplan) soll Informationen darüber enthalten, wie der schulische Erfolg des Schülers im Laufe des Jahres be- und ausgewertet wurde. Aus den Schülerplänen soll auch hervorgehen, wie Lehrer und Schüler mit den erzielten Ergebnissen weiterarbeiten können. Der Schülerplan muss mindestens einmal jährlich ausgearbeitet werden und soll alle Fächer umfassen, in denen der Schüler unterrichtet wird. Der Plan wird an die Eltern ausgehändigt. Daneben kann der Schülerplan Absprachen enthalten, wie die Eltern zu einer erfolgreichen Schullaufbahn ihres Kindes beitragen können, außerdem Informationen über das Verhalten und die soziale Situation des Kindes in der Schule.

Noten in den oberen Klassen

Nur Schüler der 8., 9. und 10. Klasse erhalten Noten.

Erteilt werden mindestens zweimal jährlich Noten in den Fächern, die später für die Abschlussprüfungen gewählt werden können. Dies sind:

  • Dänisch
  • Mathematik
  • Englisch
  • Deutsch
  • Französisch
  • Physik/Chemie
  • Biologie
  • Geografie
  • Geschichte
  • Gemeinschaftskunde
  • Religion
  • Handarbeit
  • Werken
  • Hauswirtschaft
Jungen und Mädchen zusammen in der Klasse


Jungen und Mädchen mit gleichen Fächern

Jungen und Mädchen werden in den gleichen Fächern unterrichtet. Dies gilt für die Bildungsfächer Dänisch, Englisch, Gemeinschaftskunde und Mathematik genauso wie für die musischen Fächer. Jungen und Mädchen lernen Nähen, Kochen und den Gebrauch von Werkzeug. Sie treiben zusammen Sport, wobei das Umkleiden und Duschen aber getrennt erfolgt.

Wissen über Christentum und andere Religionen

Der Religionsunterricht befasst sich mit Fragen der menschlichen Existenz, wie sie durch das Christentum und andere Religionen und Lebensauffassungen gesehen werden.

Der Religionsunterricht dient nicht der Verkündung, sondern der Information über das Christentum und andere Religionen. Der Unterricht trägt dazu bei, den Kindern ein Verständnis für die Bedeutung der Religionen in der heutigen Gesellschaft zu vermitteln.

Sie können Ihre Kinder vom Religionsunterricht befreien lassen. Fragen Sie in Ihrer Schule.

Sexualkunde

Die Kinder erhalten in der Schule Sexualkundeunterricht. Hier lernen sie, wie der Körper funktioniert. Sie reden über Verliebtsein und Liebe. Und sie hören, wie man Kinder kriegt und wie man dies verhindern kann.

Sexualkunde ist kein eigenständiges Unterrichtsfach. Aber Gesundheits-, Sexual- und Familienkunde sind obligatorische Themen. Das Gleiche gilt zum Beispiel auch für Verkehrskunde und Informationen über Ausbildungsgänge und Wirtschaft.

Schüler am Lagerfeuer

Klassenfahrten ohne Grund zur Sorge

Klassenfahrten sind Teil des Unterrichts und geben den Schülern die Möglichkeit, konkrete Erlebnisse und Erfahrungen zu machen. Die Lehrer unterrichten, leiten an und beaufsichtigen die Kinder.

Sie besprechen mit den Eltern praktische Fragen zum Essen und der Übernachtung auf der Klassenfahrt, damit alle ihre Kinder ohne Grund zur Sorge teilnehmen lassen können.



Mitbestimmung und Demokratie

Die Schule soll die Kinder auf ein Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorbereiten, mit Freiheit, Verantwortung und Gleichheit. Daher lernen sie, sich an Entscheidungen zu beteiligen und Verantwortung zu übernehmen.

Schülerräte werden angehört

Die Kinder lernen, ihren eigenen Meinungen Ausdruck zu verschaffen. Sie können einen Schülerrat bilden, der bei wichtigen Entscheidungen in der Schule angehört wird.

Klassenfahrten

Eine Klassenfahrt ist ein Klassenausflug mit fachlichem Inhalt. Sie erstreckt sich immer über mehrere Tage. Zusammen mit einer Lehrergruppe verlassen die Schüler ihre Schule und wohnen einige Tage zusammen, zum Beispiel in einem Pfadfinderheim oder vergleichbaren Unterkünften, die Räumlichkeiten für Unterricht, gesellschaftliches Beisammensein und Übernachtung bieten. Klassenfahrten gehören zum Unterrichtsprogramm der Schule. Sie spielen gleichzeitig eine wichtige Rolle für das soziale Leben in der Klasse und den Zusammenhalt der Schüler.

Bevor die Kinder sich auf die Reise begeben, bereiten sie sich auf die Tour vor: Sie lesen Texte, suchen Informationen, lösen Aufgaben und schreiben Aufsätze zu Fachthemen, die auf der Klassenfahrt durchgenommen werden.

Während der Klassenfahrt können die Kinder zusammen kochen, Ausflüge mit dem Bus und Fahrrad unternehmen, Museen, Sehenswürdigkeiten und Betriebe besuchen, Lagerfeuer machen und zusammen wandern und spielen. Jungen und Mädchen übernachten in getrennten Schlafräumen.

Wie häufig und in welcher Länge Klassenfahrten durchgeführt werden, ist von Schule zu Schule unterschiedlich. Aber es gehören immer einige Übernachtungen dazu.

Dänisch als Zweitsprache

Zweisprachige Kinder können im Bedarfsfall ab einem Alter von drei Jahren Lernhilfe für Dänisch erhalten. Die Gemeinde bietet diese Hilfe nach einer fachkundigen Begutachtung der Sprachentwicklung des Kindes an. Diese Hilfe besteht aus besonderen Maßnahmen im Kindergarten oder bei der Tagesmutter. Zu Hause betreuten Kindern werden pro Woche 15 Stunden Sprachförderung angeboten.

Wenn ein zweisprachiges Kind in die Hauptschule kommt, wird überprüft, ob es einen Förderbedarf in der Zweitsprache Dänisch hat. Ist dies der Fall, kann das Kind an der eigenen oder einer anderen Schule an einem Förderunterricht in Dänisch als Zweitsprache teilnehmen. Sofern erforderlich, können Kinder von der Vorbereitungsklasse bis zur 10. Klasse Förderunterricht in Dänisch als Zweitsprache erhalten.

Muttersprachlicher Unterricht

Die Gemeinden müssen muttersprachlichen Unterricht für Kinder aus den Färöern und aus Grönland anbieten, außerdem für Kinder, deren Eltern Staatsbürger der EU-Länder oder Länder des Europäischen Wirtschaftsraums sind. Dieser Unterricht wird aber nur angeboten, wenn sich ausreichend viele Schüler angemeldet haben.

Die Gemeinden können freiwillig muttersprachlichen Unterricht für Kinder aus anderen Ländern anbieten. Für diesen Unterricht dürfen sie Gebühren verlangen.

Falls Ihr Kind Lernschwierigkeiten hat

Falls Ihr Kind große Schwierigkeiten hat, dem Schulunterricht zu folgen, kann es Zusatz- oder Förderunterricht erhalten. Dies kann in der Schulzeit oder direkt im Anschluss erfolgen. Besprechen Sie die Möglichkeiten mit dem Klassenlehrer des Kindes.

Abschlussprüfungen

Die Schüler schließen die Hauptschule mit einer Prüfung in der 9. Klasse ab. Sie können dann mit der zehnten Klasse fortfahren, die ebenfalls mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Anschließend können die Schüler sich an einer Berufsschule oder auf dem Gymnasium bewerben.

Fortbildungsschule

Schüler wohnen im Internat

Viele Jugendliche besuchen in der 8., 9. oder 10. Klasse für ein oder mehrere Jahre eine Fortbildungsschule (Efterskole). Diese Fortbildungsschulen sind freie Internate, in denen die Schüler alltags wohnen. Sie bieten den Schülern eine Möglichkeit, einen alternativen Abschluss ihrer Hauptschulausbildung zu machen. Viele junge Menschen besuchen eine Fortbildungsschule, weil sie gerne etwas Neues ausprobieren oder für eine Zeitlang die gewohnten vier Wände verlassen möchten.

Der Besuch einer Fortbildungsschule ist kostenpflichtig.

Schüler auf einer Fortbildungsschule


Menschliche Entwicklung

Die Fortbildungsschulen sollen durch Unterricht und Gemeinschaft die Lebensaufklärung, Bildung und demokratische Erziehung der Schüler stärken. Der Unterricht trägt daher besonders zur allgemeinen Erziehung, menschlichen Entwicklung und Reifung der Schüler bei. Daher legen viele Fortbildungsschulen großen Wert auf musische und praktische Fächer wie Theater, Musik, Sport, Fotografie, Landwirtschaft und verschiedene Handwerkszweige. Die Zielsetzung des Unterrichts muss aber der der Gemeinschaftsschule entsprechen. Somit können die Schüler an den meisten Fortbildungsschulen die Abschlussprüfungen der 9. und 10. Klasse absolvieren. Bestimmte Fortbildungsschulen bieten auch Förderunterricht an, zum Beispiel für Legastheniker.

Ein Aufenthalt an der Fortbildungsschule fördert nicht selten den Bildungsgang der Schüler. Sie erhalten Hausaufgabenhilfe und Förderunterricht, zum Beispiel im Fach Dänisch. Darüber hinaus ist der Aufenthalt eine gute Methode, um sich auf ein Jugendbildungsprogramm (Ungdomsuddannelse) vorzubereiten und neue soziale Kontakte zu knüpfen.

Nähere Informationen unter www.efterskole.dk

Außerhalb der Schule

Freizeitheim und Schulfreizeit-Einrichtung

Schulkinder können in einem Freizeitheim oder einer Schulfreizeit-Einrichtung (Skolefritidsordning, SFO) betreut werden, bis sie in die 3. oder 4. Klasse kommen. Hier können sie mit ihren Kameraden spielen, Hausaufgaben machen und anderen Aktivitäten nachgehen. Freizeitheime und SFOs haben alltags bis um fünf oder sechs Uhr nachmittags geöffnet.

Einen Freizeitheim- oder SFO-Platz müssen Sie bei der Gemeinde selbst beantragen. Einen Teil der Betreuungskosten müssen Sie selbst tragen, es sei denn, Sie sind kostenbefreit. Einen entsprechenden Antrag können Sie bei der Gemeinde stellen.

Hausaufgabenhilfe

In vielen Gemeinden arbeiten die Schulen mit Büchereien und örtlichen Organisationen zusammen, um bedürftigen Schülern Hausaufgabenhilfe anzubieten. Fragen Sie in der Schule, Bücherei oder bei der Gemeinde.

Freizeitclubs für ältere Kinder

Viele Gemeinden unterhalten so genannte Freizeitclubs (Fritidsklubber). Dies sind Anlaufstellen für Kinder, die zu alt für Freizeitheime oder SFOs sind.

Jugendschulen

In allen Gemeinden gibt es für die 14- bis 18-Jährigen so genannte Jugendschulen (Ungdomsskoler). Die Jugendschulen sind ein Bildungsangebot, um die Schullaufbahn in der Freizeit zu ergänzen. Die Teilnahme an der Jugendschule erfolgt freiwillig, und der Unterricht ist kostenlos. Jugendschulen haben nachmittags und abends geöffnet. Hier können die Jugendlichen an Bildungsfächern und musischen Fächern wie Musik, Fotografie und Keramik teilnehmen oder z.B. ihren Mofa-Führerschein oder eine IT-Schulung absolvieren. Jugendliche können hier zusammen mit anderen ihre Freizeit verbringen. Viele Schulen veranstalten Freitagspartys.

Eine Jugendschule bietet manchmal auch Vollzeitunterricht an, so dass die gleichen Prüfungen wie in der Gemeinschaftsschule angeboten werden. Einige Schulen unterhalten auch Jugendclubs und andere Freizeiteinrichtungen, die manchmal eine Teilnehmergebühr verlangen. Fragen Sie bei der Gemeinde, Jugendschule oder bei der Berufsberatung für Jugendliche (Ungdommens uddannelsesvejledning).

Junge mit Skateboard


Nach der Hauptschule

Jugendausbildungsprogramme

Nach abgeschlossener Hauptschulausbildung der 9. oder 10. Klasse kann man sich für die Aufnahme in einem Jugendausbildungsprogramm bewerben. Jugendausbildungsprogramme sind Ausbildungsgänge, die hochschulrelevante oder berufsbildende Kenntnisse vermitteln und normalerweise 3 oder 4 Jahre dauern. Diese Programme sind kostenlos, wobei der Schüler einen Antrag auf staatliche Ausbildungsförderung (SU) stellen kann, sobald er 18 ist.

Staatliche Ausbildungsförderung

Die staatliche Ausbildungsförderung (Statens uddannelsesstøtte, SU) ist eine finanzielle Hilfe, die Sie während Ihrer Ausbildung beziehen können. Sie besteht aus einem Stipendium, das man nicht zurückbezahlen muss, das aber zu versteuern ist. Außerdem können Sie ein Darlehen aufnehmen, das Sie nach Abschluss der Ausbildung zurückzahlen müssen. Um Ausbildungsförderung zu erhalten, muss Ihre laufende Ausbildung SU-berechtigt sein, und Sie dürfen keine andere staatliche Leistung zur Deckung der Lebenskosten erhalten.

Falls Sie kein dänischer Staatsbürger sind

Falls Sie kein dänischer Staatsbürger sind, können Sie vor dem SU-Antrag bei der Verwaltung zur Ausbildungsförderung (SU-styrelse) einen Antrag auf Gleichstellung mit dänischen Staatsangehörigen stellen.

Eine solche Gleichstellung ist möglich, wenn Sie z.B. vor Ihrem 20. Lebensjahr mit Ihren Eltern nach Dänemark umgezogen sind und immer noch im Land wohnen, wenn Sie mit einem dänischen Staatsbürger verheiratet sind und sich seit mindestens zwei Jahren im Land aufhalten oder wenn Sie vor Beginn der Ausbildung mindestens zwei Jahre einer beruflichen Tätigkeit nachgegangen sind.

Als Staatsbürger eines EU- oder EWR-Landes können Sie nach besonderen EU-Bestimmungen einen Antrag auf Gleichstellung mit dänischen Staatsbürgern stellen. Nähere Informationen unter www.su.dk. Die meisten SU-Bestimmungen sind identisch, unabhängig von der Ausbildung. Allerdings gibt es einige Unterschiede zwischen den Bestimmungen für Jugendausbildungsprogramme und Hochschulausbildungen. Siehe auch www.su.dk.

Alle haben Einfluss auf den Lehrinhalt

An allen Bildungseinrichtungen können Schüler und Studenten sich in demokratischen Gremien organisieren - Fachräten, Studentenräten oder Schülerräten. Diese vertreten die Interessen der Studierenden und stellen Ansprüche an Inhalt und Qualität der Ausbildungsgänge. Durch die Kandidatur für Schüler- oder Studentenräte können alle Einfluss auf ihre Ausbildung ausüben.

Gymnasiale Bildungsgänge

Zwei bis drei Jahre

Gymnasiale Bildungsgänge dauern zwei bis drei Jahre und sind die Voraussetzung für die Zulassung an einer Hochschule.

Abiturienten mit Studentenmützen


Diese Bildungsgänge umfassen:

  • Allgemeines Gymnasium (STX), drei Jahre, Abschluss mit dem Abitur. An Gymnasien, wo mit einem Kurssystem gearbeitet wird (Studenterkurser), kann die Ausbildung in zwei Jahren durchgeführt werden. Das Ziel der Ausbildung ist die Erlangung der Hochschulreife. Außerdem ist das Gymnasium allgemein bildend. Das heißt, dass die Schüler Stellung beziehen müssen zu ihrer Umgebung, ihren Mitmenschen, der Natur, der Gesellschaft und ihrer eigenen Entwicklung. Um aufgenommen zu werden, ist mindestens eine bestandene Abschlussprüfung der Hauptschule nach der 9. Klasse erforderlich. Der Bewerber kann um eine Aufnahmeprüfung gebeten werden. Das Gymnasium kann diesen aber auch aufgrund einer fachlichen Bewertung aufnehmen.
  • Aufbaukurs zur Erlangung der Hochschulreife (Højere forberedelseseksamen, HF), zwei Jahre. Das Ziel dieser Ausbildung ist die Erlangung der Hochschulreife. Außerdem ist der Aufbaukurs allgemein bildend. Das heißt, dass die Schüler im Unterricht lernen müssen, Stellung zu ihrer Umgebung, ihren Mitmenschen, der Natur, der Gesellschaft und ihrer eigenen Entwicklung zu beziehen. Um aufgenommen zu werden, ist mindestens der Abschluss der 10. Klasse der Gemeinschaftsschule oder eine gleichwertige Hauptschulausbildung oder das Bestehen einer besonderen Aufnahmeprüfung erforderlich.
  • Wirtschaftsgymnasiale Ausbildungen: Höherer Handelsabschluss (Højere handelseksamen, HHX) und Höherer Technischer Abschluss (HTX), beide drei Jahre. Das Ziel dieser Ausbildungen ist die Erlangung der Hochschulreife. Außerdem ist der Unterricht allgemein bildend. Das heißt, dass die Schüler im Unterricht lernen müssen, Stellung zu ihrer Umgebung, ihren Mitmenschen, der Natur, der Gesellschaft und ihrer eigenen Entwicklung zu beziehen. Um aufgenommen zu werden, ist mindestens eine bestandene Abschlussprüfung der Grundschule nach der 9. Klasse erforderlich. Eventuell wird eine Aufnahmeprüfung verlangt. Die Schule kann einen Bewerber aber auch aufgrund einer Einzelbewertung aufnehmen.

Berufliche Ausbildung

125 Ausbildungsgänge stehen zur Auswahl

Ungefähr 125 verschiedene berufliche Ausbildungsgänge (Erhvervsuddannelser) stehen zur Auswahl, zum Beispiel Tischler, Klempner, Maurer, Verkäufer, Elektriker, Koch oder Datentechniker. Die Ausbildungen werden an den Berufsschulen angeboten und sind kostenlos. Um aufgenommen zu werden, ist eine Schulausbildung erforderlich, die neun Jahren Grundschule entspricht. Während der gesamten Ausbildung müssen Schüler und Lehranstalt bestimmte Ziele erfüllen.

Dänische Sprachprüfung

Bei Schülern, die nicht die dänische Schule besucht haben oder die dänische Staatsbürgerschaft besitzen, kann die Ausbildungsstätte der weiterführenden Bildung verlangen, dass der Bewerber vor der Aufnahme eine besondere Dänischprüfung besteht.

1½ bis 5½ Jahre

Abhängig von dem gewählten Fach dauert die Durchführung einer Berufsausbildung 1½ bis 5½ Jahre. Der Bildungsgang schließt mit einer Gesellenprüfung (Svendeprøve) oder Facharbeiterprüfung (Fagprøve) als Abschlussprüfung ab.

Schule und Praktikum

Nur wenige Ausbildungsgänge finden ausschließlich in der Schule statt. In den meisten Ausbildungsgängen wechseln sich Schulunterricht und Firmenpraktika ab.

Neue Meisterlehre

Schüler, die am liebsten gleich mit einer praktischen Ausbildung beginnen, können in den meisten Ausbildungsgängen einen Vertrag mit einem Unternehmen abschließen, infolge dessen die Ausbildung überwiegend am Arbeitsplatz erfolgt. Eine solche Berufsausbildung heißt neue Meisterlehre (Ny mesterlære). Der Schüler muss selbst ein Unternehmen finden, das mit ihm einen Ausbildungsvertrag abschließt. Er benötigt einen Ausbildungsplan. Bei dessen Ausarbeitung helfen die Berufsschule und das Unternehmen.

SU und Gehalt

Die berufliche Ausbildung an einer Berufsschule ist kostenlos. Für den in der Schule stattfindenden Teil der Ausbildung kann der Schüler staatliche Ausbildungsförderung (SU) beantragen. Während des Firmenpraktikums erhält er ein Lehrlingsgehalt. Dessen Höhe ist abhängig vom Fach und seinem Alter.

Sozial- und Gesundheitspfleger

Sozial- und Gesundheitspfleger (Social- og sundhedshjælpere) betreuen Alte, Kranke und Behinderte, die besondere Hilfe bei der Körperpflege und den praktischen Aufgaben benötigen. Diese Arbeit findet bei Menschen statt, die in ihrem Zuhause, im Pflegeheim oder in Wohngemeinschaften leben.

Die Ausbildung dauert ein Jahr und zwei Monate. Sie umfasst einen ca. 6-monatigen Schulbesuch und ca. 8 Monate Praktikum. Der Bewerber kann einen Aufnahmeantrag an eine Sozial- und Gesundheitpflegeschule oder eine Gemeinde richten. Wenn er für die Ausbildung angenommen wird, erhält er einen Ausbildungsplatz bei einer Gemeinde oder in einem Krankenhaus. Je nach Wunsch kann er mit der Schule oder mit dem Praktikum beginnen.

Diese Ausbildung ist kostenlos, und der Auszubildende erhält durchgehend ein Lehrlingsgehalt.

Sozial- und Gesundheitsassistent

Nach der Ausbildung zum Sozial- und Gesundheitspfleger besteht die Möglichkeit, sich zum Sozial- und Gesundheitsassistenten fortzubilden. Sozial- und Gesundheitsassistenten arbeiten in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Einrichtungen für körperlich und geistig Behinderte. Diese Ausbildung dauert ein Jahr und acht Monate. Während der Ausbildung erhält der Auszubildende ein Lehrgehalt.

Produktionsschulen

Falls Sie unter 25 Jahren sind, nicht an einem Jugendausbildungsprogramm teilgenommen haben und sich noch nicht im Klaren über ihre Wünsche sind, können Sie eine Produktionsschule (Produktionsskole) besuchen. In ganz Dänemark gibt es ca. 100 Produktionsschulen. Diese sind nicht einheitlich, wobei der Unterricht immer aus Aktivitäten in verschieden Werkstätten und Unterricht in allgemeinen Fächern besteht. Die Schüler arbeiten im Bereich Produktion wobei die hergestellten Waren letztlich verkauft werden sollen. Sie müssen einen Aufnahmeantrag an die Schule stellen, und die Berufsberatung für Jugendliche in Ihrer Gemeinde (Ungdommens uddannelsesvejledning* muss Ihren Aufenthalt genehmigen.

Berufsgrundausbildung (EGU)

Die Gemeinden müssen eine besondere Berufsgrundausbildung (Erhvervsgrunduddannelse, EGU) für junge Menschen unter 30 Jahren anbieten, die ihren Wohnsitz in der Gemeinde haben und die Schwierigkeiten bei der Ausbildungs- und Arbeitssuche haben.

Die EGU ist eine praktische Ausbildung, die den Teilnehmern helfen soll, einen Arbeits- oder Fortbildungsplatz zu finden. Die Ausbildung dauert normalerweise zwei Jahre und setzt sich aus Schulunterricht und Praktika zusammen. Sie wird nach den Voraussetzungen und Wünschen des Teilnehmers sowie dem örtlichen Angebot von Praktikums- und Arbeitsplätzen geplant.

Produktions- und Berufsschulen können nach Absprache mit der Gemeinde EGU-Seminare anbieten.

Schüler beim Werken

Fragen Sie einen Berater

In allen Schulen und Bildungseinrichtungen stehen Studienberater zur Verfügung, die Ihnen Ratschläge geben können, welche Ausbildung am besten zu Ihnen passt. Auskünfte erteilt ebenfalls die Ausbildungsberatung für Jugendliche in Ihrer Wohngemeinde.

Nähere Informationen unter www.borger.dk und www.uddannelsesguiden.dk



Mohsin N. Rashad

Ich verdiene gut und werde respektiert

Mohsin N. Rashad ist ein Türke aus dem Irak. Er kam 2001 nach Dänemark. Jetzt macht er eine Klempnerlehre.

"Mein Vater ist Ingenieur, daher dachte ich zuerst, ich müsste in seine Fußstapfen treten. Aber dann entschied ich mich doch für eine Lehre als Handwerker. Mir gefällt die Arbeit, das Leben auf wechselnden Baustellen. Mir macht die Ausbildung Spaß, und ich bereue bestimmt nicht meine Entscheidung. Ich merke eigentlich keinen Unterschied zwischen mir und jemandem mit langer Ausbildung. Es ist egal, ob man eine Ausbildung als Ingenieur oder Handwerker hat. Das Gehalt ist gleich, und man wird genauso respektiert."



Einstiegspraktikum

Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren können in einigen Branchen einen Vertrag mit einem Unternehmen abschließen, nach dem sie drei bis sechs Monate als entlohnter Einstiegspraktikant (Trainee) arbeiten. Das Ziel dieser Regelung ist es, dass anschließend ein üblicher Ausbildungsvertrag vereinbart wird. Auskünfte erteilt die Ausbildungsberatungsstelle für Jugendliche.

Ausbildungs- und Berufsberatung

Noch nie hat es so viele Ausbildungsmöglichkeiten gegeben wie heute. Einige Ausbildungsgänge sind eher theoretisch, andere eher handwerklich. Es ist wichtig, dass die gefundene Ausbildung zu den Fähigkeiten und Interessen des Einzelnen passt. Daher erhalten die Kinder schon in der Schule Informationen, die sie mit dem dänischen Bildungssystem und Arbeitsmarkt vertraut machen sollen.

Berater

Ein Berater ist eine Person, die mit Jugendlichen und Eltern über die Wahl von Beruf und Ausbildung spricht. Er hilft bei der Informationssuche nach verschiedenen Ausbildungsgängen und informiert über deren Eingangsvoraussetzungen. Gemeinsam werden Ausbildungsgänge zusammengestellt, die dem Interessenten offen stehen - und die realistisch erscheinen.

Verschiedene Berater stehen zur Auswahl. In der Grundschule heißen sie UU-Berater, an anderen Bildungseinrichtungen Studienberater oder Ausbildungs- und Berufsberater.

Berufsberatung für Jugendliche (UU)

In der Berufsberatungsstelle für Jugendliche (Ungdommens Uddannelsesvejledning) können sich alle jungen Menschen bis 25 Jahre zum Thema Ausbildung und Beruf beraten lassen. Diese Stelle arbeitet zusammen mit den Schulen Angebote aus, die den Jugendlichen bei der Ausbildungswahl helfen. Sie ist im örtlichen UU-Center erreichbar.

Beratung in der Schule

In der Schule werden Schüler und Eltern durch den Klassenlehrer und den UU-Berater informiert. Der UU-Berater führt persönliche Beratungsgespräche durch. Das heißt, dass er mit dem Jugendlichen über Arbeit und Ausbildung spricht. Er hilft auch den Schülern der 6.-10. Klasse mit der Ausarbeitung eines Ausbildungsbuchs. In der 9. oder 10. Klasse schließen die Schüler das Ausbildungsbuch mit einem persönlichen Ausbildungsplan ab, in den sie die von ihnen gewählte Ausbildung notieren. Es ist wichtig, dass die Eltern sich dafür interessieren, welche Gedanken sich die Kinder während ihrer Schullaufbahn machen. Die Eltern können lesen, was im Ausbildungsbuch und im Ausbildungsplan steht und mit ihren Kindern darüber sprechen.

Die Berater haben ein großes Wissen, aber Eltern und Kinder können die verschiedenen Möglichkeiten auch selbst untersuchen, zum Beispiel durch die Suche im Internet, den Besuch in Bildungseinrichtungen oder in der Bücherei.

Beratung nach Schulabschluss

Jugendliche, die nach der Hauptschule eine Ausbildung begonnen haben, können sich Auskünfte von den Beratern am Ausbildungsplatz holen. Der Berater kann bei Fragen zu den Wahlfächern, der Ausbildungsplanung und der staatlichen Ausbildungsförderung (SU) helfen.

Junge Erwachsene unter 25 Jahren, die nach der 9. oder 10. Klasse die Schule verlassen haben, können sich im örtlichen UU-Center beraten lassen. Dies betrifft zum Beispiel Jugendliche, die noch mit keiner Ausbildung begonnen oder eine angefangene Ausbildung abgebrochen haben. Die Adresse und Telefonnummer des örtlichen UU-Centers ist erhältlich in den Schulen, im Rathaus oder unter der Internetadresse www.uddannelsesguiden.dk.

Beratung zum Hochschulstudium

Über Dänemark verteilt gibt es sieben Studienberatungsstellen (Studievalgcentre), die Auskünfte über die Studiengänge an den Hochschulen geben können. Die Adresse und Telefonnummer der nächstgelegenen Beratungsstelle finden Sie unter www.ug.dk.

Die meisten Bildungseinrichtungen haben Studienberater, die über den Inhalt der Studien, die Aufnahmebedingungen, Bewerbung und Zukunftsaussichten informieren können.

Beratung für Erwachsene

Für Erwachsene, die Fragen zu Arbeit und Ausbildung haben, stehen verschiedene Beratungsstellen zur Verfügung.

Alle Bürger können sich an die kommunalen Arbeitsämter (Jobcentre) wenden.

Sprachinstitute und Erwachsenenbildungscenter (Voksenuddannelsescentre, VUC) informieren über Lehrgänge und Ausbildungsangebote, die zum Studium qualifizieren. Informationen zu berufsvorbereitenden Kursen und Schulungen sind bei den Berufsschulen und Sozial- und Gesundheitspflegeschulen erhältlich. Außerdem haben einige Volkshochschulen und Heimvolkshochschulen Berufsberatung auf dem Unterrichtsplan.

Informationen zu den Hochschulausbildungen sind in den sieben dänischen Studienberatungsstellen (Studievalgcentre) oder direkt bei der betreffenden Bildungseinrichtung erhältlich.

Nähere Informationen unter www.borger.dk, www.uddannelsesguiden.dk und www.vidar.dk

Hochschulstudiengänge

Kurz, mittellang und lang

Falls Sie über eine abgeschlossene Gymnasialausbildung verfügen, haben Sie Zugang zu einer Hochschulausbildung. Hierbei kommen drei Arten von Studien in Betracht:

  • Kurze, normalerweise zwei Jahre dauernde Studiengänge an einer Fachhochschule. Diese Studiengänge qualifizieren z.B. zum Labortechniker, Marktökonom, Elektroinstallateur oder Maschinentechniker. Voraussetzung für das Studium an einer Fachhochschule ist das Abitur oder eine Berufsausbildung.
  • Mittellange, drei bis vier Jahre dauernde Studiengänge bzw. Bachelorausbildung. Diese umfassen Ausbildungen zum Lehrer, Kindergartenerzieher, Krankenpfleger, Ingenieur oder Sozialberater.
  • Die langen Studiengänge auf Universitäten oder anderen höheren Lehranstalten. Hier kann man beispielsweise Arzt, Zahnarzt, Diplomingenieur oder Gymnasiallehrer werden. Die Universitätsausbildungen dauern fünf bis sechs Jahre und können durch die Promotion bzw. Habilitation (als Ph.d.-Studium) ergänzt werden. Während dieser Zeit arbeitet man ca. drei Jahre als Forscher und Dozent.

Nähere Informationen zu allen Möglichkeiten unter www.uddannelsesguiden.dk.

Aufnahmebedingungen

Bei jeder Ausbildung werden besondere Aufnahmebedingungen gestellt. Normalerweise sind dies bestimmte Abschlussprüfungen und andere Qualifikationen. Einige Studiengänge haben eine Zulassungsbegrenzung, da es mehr qualifizierte Bewerber gibt als Ausbildungsplätze. In den meisten Studiengängen wird ein Quotensystem mit zwei Quoten verwendet, Das bedeutet, dass Bewerber nach zwei Quoten zugelassen werden. In Quote 1 werden die Bewerber aufgrund der Abschlussnoten der zulassungsrelevanten Prüfungen ausgewählt. In Quote 2 gelten andere, für den Studiengang spezifische Auswahlkriterien.

Zentrale Studienvergabestelle (KOT)

Für die Zulassung zu den meisten Hochschulausbildungen müssen Sie einen Zulassungsantrag an die zentrale Studienvergabestelle (Koordinerede tilmelding, KOT) stellen. Antragsformulare finden Sie unter www.optagelse.dk.

Aufnahmeprüfungen

An einigen Universitäten gibt es Aufnahmeprüfungen. Dies betrifft normalerweise die Ausbildungen zu kreativen oder handwerklichen Fächern wie Schauspieler, Filmregisseur, Journalist und Designer.

Ausländische Hochschulreife

Falls Sie Ihre Hochschulreife im Ausland erworben haben, gelten besondere Zulassungsbestimmungen. Nähere Informationen finden Sie im Handbuch Abschlussprüfungen unter www.ciriusonline.dk.

Begegnung mit Studienprogramm und Mitstudierenden

An den meisten Universitäten und höheren Lehranstalten beginnt das Studium mit einer Einführungswoche. Hier stiften die Erstsemester in Vorträgen, Diskussionen und geselligen Zusammenkünften Bekanntschaft mit dem Studium und ihren Mitstudierenden. Oft gehören ein paar Hüttentage mit zum Programm.

Begrüßung in der Universität Kopenhagen

Die neuen Studenten der Uni Kopenhagen werden durch den Rektor begrüßt.



Besondere Angebote für Erwachsene

Bildung auf allen Ebenen

Als Erwachsener haben Sie viele Möglichkeiten, sich unterrichten und ausbilden zu lassen. Ziel des Unterrichts kann eine Verbesserung Ihrer Allgemeinbildung sein oder eine Ausbildungs- oder Weiterbildungsmaßnahme. Erwachsenenunterricht wird auf so gut wie allen Ebenen des Bildungssystems angeboten. In den Erwachsenenbildungszentren (Voksenuddannelsescentre, VUC) können Sie an der vorbereitenden Erwachsenenbildung (FVU), dem Legasthenieunterricht für Erwachsene, der allgemeinen Erwachsenenbildung (AVU) und Einzelfächern aus dem Aufbaukurs zur Erlangung der Hochschulreife (HF) teilnehmen.

Unter www.vuc.dk oder www.vidar.dk finden Sie die Adresse eines VUC in der Nähe Ihres Wohn- oder Arbeitsplatzes. Während Ihrer Ausbildung können Sie dann Näheres über die Ausbildungen und Förderungsmöglichkeiten erfahren.

Vorbereitende Erwachsenenbildung (FVU)

Die FVU (Forberedende voksenundervisning) wendet sich an Erwachsene, die ihre Lese-, Schreib-, Rechtschreib- oder Rechenfähigkeiten verbessern möchten. Diese Ausbildung ist in Stufen unterteilt, wobei Sie auf der Stufe anfangen, die Ihren Voraussetzungen und Bedürfnissen entspricht. Jede Stufe können Sie mit einer Prüfung abschließen. Die FVU ist kostenlos. Eine Übersicht finden Sie unter www.vidar.dk. Hier sehen Sie auch, wo der Unterricht stattfindet. Normalerweise sind dies über das Land verteilte Erwachsenenbildungszentren (VUC), Abendschulen und Privatlehrer.

Unterricht für erwachsene Legastheniker

Legasthenieunterricht für Erwachsene ist eine Lese- und Schreibschulung für Erwachsene, die aufgrund ihrer Lese- und Schreibschwäche Schwierigkeiten beim Lesen haben. Dieser Unterricht ist kostenlos. In der Übersicht unter www.vidar.dk können Sie sehen, an welchen Orten Unterricht angeboten wird. In Frage kommen über das Land verteilte Erwachsenenbildungscenter (VUC), Abendschulen und private Anbieter.

Förderunterricht für Erwachsene

Förderunterricht (Specialundervisning) für Erwachsene ist individuell angepasster Unterricht und Beratung für Erwachsene mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung. Er hat zum Ziel, den Teilnehmern ein aktives, selbständiges Erwachsenenleben zu ermöglichen.

Sie können sich an Ihre Gemeinde wenden, um begutachten zu lassen, ob für Sie Förderunterricht für Erwachsene in Frage kommt.

Unterricht am Computer


Allgemeine Erwachsenenbildung (AVU)

Allgemeine Erwachsenenbildung ist ein Unterricht in einigen allgemeinen Fächern wie Dänisch, Dänisch als Zweitsprache, Mathematik, EDV, Englisch und Sozialkunde. Diese Fächer sind nicht auf einen bestimmten Beruf ausgerichtet, können aber notwendig für die private Weiterbildung oder eine Verbesserung der beruflichen Leistungen sein. Diese Ausbildung kann mit Prüfungen abgeschlossen werden, die den Hauptschulprüfungen der 9. oder 10. Klasse entsprechen.

Sie können dem Unterricht je nach Wunsch tagsüber, abends sowie im Fern- oder Selbststudium folgen, wobei Sie den Stoff selbständig durcharbeiten und sich schließlich zur Abschlussprüfung melden.

Für die Teilnahme am Unterricht wird eine geringe Gebühr erhoben.

HF - Einzelfächer

Der Aufbaukurs zur Erlangung der Hochschulreife (Højere forberedelseseksamen, HF) ist eine gymnasiale Ausbildung. In den Erwachsenenbildungszentren besteht diese aus Einzelfächern, so dass Sie nur die von Ihnen benötigten Fächer belegen müssen.

Sie können dem Unterricht je nach Wunsch tagsüber, abends sowie im Fern- oder Selbststudium folgen, wobei Sie den Stoff selbständig durcharbeiten und sich schließlich zur Prüfung melden.

Für die Teilnahme wird eine geringe Gebühr erhoben.

Erwachsene auf der Schulbank


Weiterführende Erwachsenenbildung (VVU)

Erwachsenen, die bereits über eine Ausbildung und über Berufserfahrung verfügen, werden gute Fortbildungsmöglichkeiten geboten. Viele Bildungseinrichtungen bieten Kurse und Schulungen für Erwachsene an, die sich weiterbilden möchten, auch wenn diese z.B. gleichzeitig einem Beruf nachgehen. Abhängig von Ihrer Ausbildung und Erfahrung können Sie dem Unterricht auf einem Niveau folgen, das den kurzen und mittellangen Ausbildungsgängen oder einem Hochschulstudium entspricht.

Nähere Informationen unter www.vidar.dk und www.uddannelsesguiden.dk.

Ausbildungsgänge für den Arbeitsmarkt (AMU)

Kurze Ausbildungsgänge

Ausbildungsgänge für den Arbeitsmarkt (Arbejdsmarkedsuddannelser, AMU) sind kurze Schulungen für Fach- und ungelernte Arbeiter, die in privaten oder staatlichen Unternehmen tätig sind. Diese Ausbildungsgänge können auch eine Maßnahme der Aktivierung* sein, die den Arbeitslosen durch die Arbeitsämter angeboten wird.

2500 stehen zur Auswahl

Es stehen ca. 2500 verschiedene Ausbildungsgänge in verschiedenen Sparten zur Auswahl, zum Beispiel in den Bereichen Handel und Verwaltung, Sozial- und Gesundheitswesen, Baugewerbe, Landwirtschaft, Metallindustrie, Dienstleistungsgewerbe und Transport. Eine Übersicht finden Sie unter www.vidar.dk.

Hier sehen Sie auch, wo die Kurse stattfinden. In Frage kommen verteilt auf das Land AMU-Center, technische Schulen, Handelsschulen, Fachschulen für Sozial- und Gesundheitspflege, Sozialpädagogik und Landwirtschaft sowie private Anbieter.

Gebühren

Es wird eine Teilnahmegebühr erhoben, die unter Umständen zurückerstattet werden kann. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Arbeitslosenkasse oder beim Arbeitsamt.

Angebote für zweisprachige Bürger

Falls Ihre Dänischkenntnisse für die Teilnahme an einer Ausbildung nicht ausreichen, kann für Sie ein besonderer Ausbildungsplan festgelegt werden. In diesem Fall werden ein oder mehrere AMU-Ausbildungsgänge mit Dänischunterricht kombiniert. Ausbildungsgänge für den Arbeitsmarkt sind auch im Fach Dänisch ohne Kombination mit anderen Fächern verfügbar.

Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse

Können Sie Ihre Ausbildung in Dänemark verwenden?

Haben Sie einen Bildungsabschluss außerhalb der dänischen Grenzen erworben, müssen Sie untersuchen, ob sie diesen direkt übertragen können oder ob eventuell eine Nachschulung erforderlich ist, um in Dänemark arbeiten zu können.

Bewertung ausländischer Bildungsabschlüsse

In Dänemark steht Ihnen die zentrale Bewertungsstelle CIRIUS zur Verfügung. An diese können Sie sich wenden, um sich Ihren ausländischen Bildungsabschluss hinsichtlich des dänischen Ausbildungssystems und Arbeitsmarktes bewerten zu lassen. Siehe auch www.ciriusonline.dk.

Ausländische Studenten






Redigiert: 12.01.2009
Behörde: Ministerium für Flüchtlinge, Einwanderung und Integration
Ausländerdienst - tel: +45 35 36 66 00 - us@us.dk · Ministerium für Flüchtlinge, Einwanderung und Integration - tel: +45 33 92 33 80 - inm@inm.dk